Ryna
Nomination Bester Spielfilm Schweizer Filmpreis 2006
Ryna hat ihre Haare kurz geschoren. Stets trägt sie einen schmutzigen Overall. Als Mädchen ist die 16-Jährige auf den ersten Blick gar nicht erkennbar. Das ist Absicht. Ihr allein stehender Vater möchte sie so lange wie möglich bei sich behalten. Am liebsten für immer. Nicht nur weil Ryna ihrem Vater in der Autowerkstadt an der Donaumündung routiniert hilft. Er hat sie aufgezogen wie einen Sohn, den er nie bekommen hat. Der Vater führt ein strenges despotisches Regiment und beobachtet alle Versuche von Männern, mit seiner Tochter Kontakt aufzunehmen, mit größtem Misstrauen. Ryna macht sich dennoch auf die Suche nach ihrer weiblichen Identität. Auch ein schrecklichen Vorfall, den ihr Vater einfädelt, wird sie nicht davon abhalten.
Die wild-poetische Schönheit des Donaudeltas mit gestrandeten Schiffen, flacher Weite und mit Schilf- und Uferlandschaften, die wie Seelenzustände wirken, tut ein Übriges, um diesen Film über ein schwieriges Erwachsen werden mit noch mehr atmosphärischer Dichte auszustatten, als es das betörende Spiel der Hauptdarstellerin ohnehin herstellt. Wenig Worte. Viel Atmosphäre. Kleine Gesten. Große Gefühle.
"Überzeugend wie die Hauptdarstellerin Dorotheea Petre ist auch die Arbeit der 30-jährigen Regisseurin, die seit 15 Jahren in der Schweiz lebt. Zenide entwickelt ihre Geschichte ganz aus dem Geist des Ortes, einem Niemandsland, in dem die Menschen wie Schiffbrüchige wirken, und mit jenem Blick fürs Absurde, der die Tristesse erst erträglich macht."
Der Bund
"RYNA ist der Erstlingsfilm einer viel versprechenden Regisseurin. Einzigartig, gereift zeichnet sie mit filmischer Eleganz ein sensibles, rauhes und rührendes Porträt einer jungen Frau."
Le matin
"Ein starker Spielfilm."
Tages-Anzeiger
"Dorotheea Petre hält alle Trümpfe in der Hand. Sie besitzt dieses Strahlen und verkörpert in RYNA eindrücklich die Verwandlung vom Kind in eine junge Frau."
Tribune de Genève
"Was für eine schöne Überraschung! Und was für ein unerwarteter Erstlingsfilm. Ein kleines Wunder, deren Schweizer Wurzeln man mit Vergnügen ein Gefühl des Stolzes hinzufügt."
Le temps



